Ein Hufseminar der besonderen Art


Ein Hufseminar der besonderen Art

Ein Hufseminar der besonderen Art


Teil I


Am 14. November 09 fand in den Gebäuden der Gloria Leather Imports in Köln ein spezielles Hufseminar statt. Extra aus England angereist, konnte Herr Bloomfield mit seiner über 30-jährigen Erfahrung seinen deutschen Kollegen einiges beibringen. Das Tagesseminar startete mit einer anschaulich dargestellten Power Point Präsentation.

Anhand von Bildern und Präparaten erklärte Herr Bloomfield die biomechanische Funktion des Hufmechanismus. Diese ist von Shetty bis Shire gleich, auch wenn es kleine, rassespezifische Unterschiede im Hufbein gibt. Sprachbarrieren gab es hingegen nicht. Charmant übersetzte Beatrix Trömel den Vortag ihres britischen Gastes.


Start.jpg


Herr Bloomfield weiß, wovon er spricht. Über Jahre hat er seine Technik entwickelt und verfeinert. Dabei waren die australischen und amerikanischen Wildpferde sein Vorbild.



Beine.jpg


Seit 12 Jahren beschlägt er nur noch mit einer auf der Natural Balance Shoeing basierenden, weiterentwickelten Technik. Dieser Hufschutz bringt gleich mehrere Vorteile: Aufgrund der Berechnung des optimalen Abrollpunktes wird die Belastung auf die Hufgelenke, die Fesselgelenke und die Sehnen durch eine gleichmäßige Druckver- teilung minimiert. Die Stellung des Hufs wird optimiert. Durch falsches Abrollen des Hufs entstehende, schwere Haltungsschäden an Hüften und Rücken können durch diese Beschlagsmethode vermieden werden.





verschiedene_eisen.jpg


Das Eisen ist so konstruiert, dass es nach dem Beschlagen 1 – 2 Milimeter Platz bietet, in dem sich Sand oder Erde einlagern kann. So wird der Sohle ein natürlicher Untergrund simuliert und das Hufhorn wird zum Wachsen angeregt. Platz für Steinchen bietet der Zwischenraum nicht. Das Eisen kann genagelt werden, ohne dass es im Brandofen angepasst werden muss. Wie das funktioniert, erklärt Herr Bloomfield plausibel. Auch erläutert er, wie Fehler in der Anwendung vermieden werden können und gibt Tipps rund um das Thema Natural Balance Shoeing.



Eisen.jpg


Dann seziert Herr Bloomfield ein Pferdebein und erklärt seinen Hufschmiedkollegen anhand diesem die Belastung des traditionellen Hufbeschlags für den Hufmechanismus. Die Hufschmiede dürfen danach mit präparierten Pferdebeinen den innovativen Beschlag selbst erproben.


Huf.jpg


Wichtig dafür ist die korrekte Vorbearbeitung des Hufes. Dabei wird die natürliche Form des Strahls beibehalten. Wie auch bei den Wildpferden, wird der Strahl mit der Zeit breiter und übernimmt eine tragende Funktion.


Bearbeitung.jpg


Nach diesem Training erfolgt die Umsetzung am lebenden Objekt unter der Aufsicht des erfahrenen Herrn Bloomfield. Auch die korrekte Bearbeitung des Barhufes wird gezeigt. Am Ende des Tages sind sich alle einig: Sie haben viel verstanden und noch mehr gelernt. Die Methode des Herrn Bloomfield überzeugt. Sie ist simpel und wirkungsvoll. Selbst ich als Laie habe verstanden, worum es geht.


Teilnehmer.jpg


Regelmäßig kommt der britische Fachmann nach Deutschland, um die Hufschmiede nach seiner innovativen Methode zu trainieren. Er selbst sagt, eine Teilnahme an seinem Seminar lohnt sich immer. Selbst Kritikern gegenüber gibt er sich gelassen. Schließlich kann nur der beurteilen, der sich mit seiner Methode zuvor auseinander gesetzt hat.


Es spricht nichts dagegen, sich „neuen“ Methoden zu öffnen. Ich frage mich: Wem hat Weiterbildung schon geschadet? Als Kunde freue ich mich, wenn mir Alternativen zum traditionellen Beschlag angeboten werden, die der heutigen Nutzung des Pferdes gerecht werden, ohne seine natürlichen Abläufe zu stören.


Wer mehr über die innovative Beschlagsmethode des Herrn Bloomfield erfahren möchte, kann sich über info@leather-import.de vertrauensvoll an Beatrix Trömel von Gloria Leather Imports in Köln wenden.




15. November 09, Bianca Bell-Chambers